Harer und Dire Dawa

Die Stadt, die auf über einem Jahrtausend Geschichte zurückblickt, wirkt warm und einladend und hat die Aura einer gelebten Kultur, so dass man das Gefühl hat sich in einem lebendigen Museum zu befinden. Die alte Stadtmauer, enge, mit Hararihäusern bestückte Gassen, sowie belebte bunte, für Flechtwerk bekannte Märkte, machen Harar zu einem interessanten und lohnenswerten Ausflugsziel.
Eine besondere Attraktion sind Einheimische, die abends die wilden Hyenen der Region füttern.
Es gibt viele Legenden zur Gründung der Stadt. Dabei taucht der Name Shakih Abadir, der mit seiner Gefolgschaft im 10 Jh. aus Arabien kam, immer wieder auf. Doch die Gründung geht vermutlich weiter zurück, vermutlich zwischen dem 7. und 9. Jh. Die Produktion des weltberühmten Arabicakaffees und des milden Khat waren lukrative Güter. Harar profitierte auch von den Kamelkaravanen die zwischen dem Roten Meer, dem Indischen Ocean und dem äthiopischen Hinterland verkehrten. Die zuverlässige wirtschaftliche Lage machte Harar zu einem führendem Zentrum und ermöglichte eine einzigartige, urbane Kultur, die sich über Jahrhunderte entwickeln konnte.
Nach den Gragnkriegen wurde Harar von vielen Seiten angegeriffen, so dass nur der Neffe des Imamen Ahmed Gragn zum Schutz der Stadt die 3348 m lange Stadtmauer errichtete. Die Mauer, auch Jugal genannt, umringt die 48 Hektar große Stadt und ist von besonderer kultureller Bedeutung. Sie gibt den Menschen seither ein Gefühl von Zugehörigkeit, Sicherheit und sozialer Ordnung.
Nach seiner Blütezeit als Zentrum des mächtigen Adal Staats, ging der Einfluss Harars ständing zurück. Die nun kleingewordene Stadt wurde von der Dawoodi Dynastie regiert. Während dieser Zeit waren die Stadttore für Europäer geschlossen. Herrscher Menelik nahm die Stadt im Jahre 1887 ein, so dass Harar ins restlichen Äthiopien eingegliedert wurde. Obwohl Harar seine Unabhängigkeit verloren hat, so bleibt es doch ein wichtiges wirtschaftliches Zentrum.
Die italienischen Besatzer ließen die alte Stadt unberührt, so dass man heute immer noch durch die mittelalterlich anmutende Altstadt laufen kann. Es gibt auch noch etliche archäologische Stätten, die noch auf eine Untersuchung warten um ihre Geschichte preiszugeben.


