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Lalibela: Das achte Weltwunder

St. George church in Lalibela 4

Lalibelas Felsenkirchen

Laut Legende wurde Lalibela als Bruder des herrschenden Zagwe Königs im 12 Jh. geboren. Als Kind wurde er von einem Schwarm Bienen bedeckt, was seine Mutter als ein Zeichen seiner späteren Herrschaft ansah. Sein Bruder, wenig begeistert von der Prophezeihung, versuchte ihn zu vergiften, was ihm allerdings mislang. Doch Lalibela lag drei Tage im Koma, Zeit in der er zum Himmel aufstieg und den Befehl erteilt bekam, die steinere Stadt die er dort sah auf der Erde nachzubauen. Zeitgleich hatte sein Bruder eine Vision, in der Jesus ihm anordnete seine Herrschaft zugunsten seines Bruders abzutreten. Sobald Lalibela zum König gekrönt wurde, began er Handwerker und Arbeiter zum Bau der Kirchen zu versammeln. Der Legende nach halfen Engel beim Bau der Felsenkirchen, so dass der Bau rasch voranging.

Die Stadt, ehemals als Roha bekannt, nahm später seinen Namen an und began tausende von Pilgern anzuziehen. Obwohl die Zagwe Dynastie gestürtzt wurde, wird Lalibela immer noch als Heiliger angesehen.

Die seltsam mittelalterlich anmutende Stadt Lalibela, liegt auf 2630m, inmitten einer wunderschönen Landschaft und war bis vor wenigen Jahrzehnten nur äußerst schwer zugänglich, da eine Straße fehlte.

Es spielt keine Rolle, ob Sie schon Felsenkirchen gesehen haben. Sie werden verstehen, warum Lalibela auch als das achte Weltwunder angesehen wird. Die großartigen Kirchen wurden ebenerdig aus massivem Felsen geschlagen und sind durch eine Vielzahl von Gängen und unterirdischen Tunnels verbunden, was den Eindruck einer unterirdischen Stadt entstehen lässt. Die Seitenwände sind mit Steingräbern und Einsiedlerzellen versehen, die mit einer verworrenen Anzahl von Gängen miteinander verbunden sind. Doch nicht nur die Steinkirchen haben bis zum heutigen Zeitpunkt überlebt. Wenn man die Glaubigen hier mit der Bibel in der Hand, im Gebet versunken sieht, und den Gesängen lauscht bekommt man den Eindruck, dass die Zeit hier stehen geblieben ist. Die Kirchen bilden seit mindestens 800 Jahren das religiose und spirituelle Zentrum der gesamten Region. Die Kirchen werden als zweites Jerusalem angesehen, und die Stätten in Lalibela tragen die Namen der heiligen Stätten Jerusalems, inklusive einem nun ausgetrockneten Fluss namens Jordan.

Die Steinkirchen von Lalibela

St. George church in Lalibela 5 Die insgesamt 11 Steinkirchen Lalibelas sind in zwei Hauptgruppen und die etwas abgelegene St. George Kirche geteilt und können an zwei Tagen besichtigt werden. Von der Strasse aus sind sie selbst aus der Nähe kaum sichtbar. Etwas das sie bis zum heutigen Zeitpunkt bewahrt hat.
Jede Kirche hat ihren individuellen Stil, zum Teil ähnlich den Bauten des alten Axums. Manche folgen nicht der konventionellen Ausrichtung nach Osten, was die Vermutung aufkommen lässt, dass sie ursprünglich zu einem anderen Zweck gebaut worden sind. Bet Medhale Alem, mit 11,5m Höhe, die gröste monolitische Kirche der Welt, ähnelt einem griechischen Tempel. Ein kurzer Tunnel fürt zu weiteren drei Kirchen, Bet Maryam, Bet Danagel und Bet Meskal. Bet Gogotha und Bet Debre Sina, zwei der charismatischten Kirchen Lalibelas, teilen sich einen Eingang.

Bet Gebriel-Rafael ist die imposanteste Kirche der südlichen Ansammlung und zeigt aksumitische Einflüsse. Laut Legende soll diese Kirche während nur einer Nacht gebaut worden sein. Die etwa 1400 Jahre alte Hölenkirche Bet Mercurios könnte als Kerker gedient haben. Einige der Kirchen hier sollen vor der Herrschaft Lalibelas entstanden sein.

Weitere Felskirchen können mit einem Ausflug von Lalibela aus besichtigt werden

Asheten Mariam Kloster
    Kloster Asheten Mariam: Das aus dem 13. Jh. stammende Kloster liegt, 8 km von Lalibela entfernt auf einem Felsvorsprung auf 3150m Höhe. Die steile Strasse zum Kloster, windet sich in Kurven den Berg hoch und erlaubt wunderbare Aussichten auf die umliegende Landschaft. Per Maultier dauert der Ausflug etwa vier Stunden. Innerhalb des Klosters finden sich die aus dem 13 Jh. stammenden Prozessionskreuze Königs Na’akutola’abs, der nach Lalibela geherrscht hat für genau 40 Jahre.

Nakuto Le Abe Kloster
    Dieses Kloster wurde weniger aus dem Felsen geschlagen, als an die Seite einer großen Höhle angebaut, die an einer steilen Felswand liegt. König Nakuto Le’Abe gab seinen Thron im Jahre 1270 nach Christus auf um das Leben eines Einsiedlers zu führen und zog in diese Höhle, die mit der Zeit ein Kloster wurde. Die ausgesetzte Lage und eine grosse Sammlung alter Kreuze, illuminierte Handschriften und andere Artefakte, die dem Gründer Nakuto Le’Abe gehörten machen dieses Kloster einzigartig.

Yemrehanne Kristos
    Diese äusserst beindruckende Kirche, 42km nordöstlich von Lalibela, wurde von König Yemrehanna Kristos im Jahre 1087 n.Ch. in einer großen Höhle errichtet. Gebaut aus verschiedenen Lagen aus Holz und weissbemaltem Granit, ähnelt sie im Stil den alten aksumitischen Bauten. Im Mittelalter zog die Kirche, wegen ihrem heiligem Wasser, dem heilende Eigenschaften zugesprochen wurden, eine große Menge Pilger an. Die Überreste von mehr als 10.000 Pilgern, die aus dem fernen Syrien, Ägypten oder Jerusalem zum Sterben hierher kamen, liegen in einer Kammer hinter dem Hauptgebäude und verstärken das schaurige Gefühl das von der Höhle ausgeht.

Arbatu Entzessa
    Etwa 6 km von Bilbilla enfernt, liegt diese kleine, monolitische Felsenkirche im Stil der alten Aksumbauten. Eine kleine Quelle innerhalb der Kirche produziert heiliges Wasser.

Mekane Medhane Alem
    Die wahrscheinlich aus dem 6. Jh.n.Ch. stammende Kirche ähnelt mit den verschiedenen Lagen Baumaterial Yemrehanne Kristos. Komplizierte geometrische Muster und Wandmalereien verzieren die Innenwände.

Genete Maryam
    Eine Stunde Fahrt von Lalibela entfernt (oder 4 h per Maultier) liegt diese monolitische, aus rosafarbenem Gestein gehauene, Felsenkirche auf einer hohen Platform. Die Kirche wurde während der Herrschaft von König Yakuno Amlak im 13.Jh. gebaut und ähnelt keiner der Lalibela Kirchen. Wandert man von hier aus weiter, so erreicht man nach etwa zwei Stunden Mekina Medhane Alem.

Bilbala Giorgis
    Südwestlich von Arbatu Insesa gelegen kann die Fassade dieser Kirche schon von weitem gesehen werden. Drei der Seiten sind von Tunnel umgeben, während das Dach nicht vom Felsen getrennt ist. Ganz in der Nähe liegt auch Bilbala Cherqos mit alten Gräbern von Heiligen und Evangelisten.